September 2018

Les Halles in Bulle, Kanton Freiburg
von David Kučera

Die Kleine ist wach und schreit nach Hunger. Auf der ersten Ausfahrt fahren wir runter, um was zum Essen vorbereiten zu können. Die historische Stadt Bulle steht auf dem Verkehrsschild. Perfekt für eine Mittagspause. In der Grand-Rue lassen wir das Auto stehen und schleichen durch das – auf dem Hügel gelegene – Zentrum. Vom Kirchplatz schauen wir die Berge in der Ferne an. Als ich mich umdrehe, sehe ich erstmal ein unauffälliges Haus mit einer scheinbaren Arkade. Das Haus ist von drei Seiten mit Straßen begrenzt und belegt den Ort direkt gegenüber der Kirche. Die bogenförmigen Öffnungen verfolgen mit regelmäßigen Abstand den Straßenverlauf. So ist das Haus, es steht ruhig da und verrät auf den ersten Blick nichts mehr. Wegen der gleißenden Sonne muss man näher- ja sogar – eintreten, um unter den Arkaden Weiteres erkennen zu können. Die Temperatur wird schlagartig ertragbar kühler, die Akustik ändert sich dramatisch. Erst als sich meine Augen an die veränderten, deutlich dunkleren Lichtverhältnisse angepasst haben, erkenne ich die unglaubliche Großzügigkeit des Raumes. Diese offene und sehr tiefe Säulenhalle nimmt bestimmt zwei Drittel der Fläche des Erdgeschosses ein. Drei Stufen in der Mauerwerkstiefe heben den gepflasterten Boden über die restliche Stadtfläche und werten ihn dadurch auf.
Eine griechische Stoa mit mitteleuropäischer Wirkung? Nicht nur die Proportion, die lichte Höhe, sondern auch die handwerkliche Ausführung macht den Ort sehr besonders und aufenthaltswert. Die Holzdecke könnte sogar einem Rittersaal gehören. Schlicht und trotzdem hochwertig. Der Raum verträgt viel, auch die Baumarkt-Tische eines Restaurants. Ob der Raum ursprünglich als ein Viehmarkt oder als ein Handelsort für den berühmten Greyerzer-Käse aus der Umgebung genutzt wurde, ist mir nicht bekannt.
Uf jeden Fall öpis bsonders.

zur Person:
Stolz und voller Freude dürfen wir David als unseren neuen Büroassoziierten vorstellen. Nach seinem Bautechnikerabschluss, dem Studium im Prag und den „Lehrjahren“ in der Schweiz bringt er neuen Wind in die Bude.
Er verbindet Praxiserfahrung mit ausgezeichneter Ausbildung – das fällt positiv auf.

Fetz und Drago

Foto: David Kučera


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