Neubau Feuerwehrhaus Osterburken

Nicht offener Realisierungswettbewerb 2019

Ausloberin: Stadt Osterburken

Das Feuerwehrhaus vermittelt topographisch und städtebaulich zwischen dem nordwestlich angrenzenden Gewerbegebiet und dem Wohngebiet im Südosten. Die Organisation der Funktionsbereiche unterschiedlicher Raumhöhen unter „einem Dach“ führt zu einer bewegten Dachform, die die vorhandene Topographie aufnimmt und räumlich fortführt. Auf diese Weise entsteht ein städtebauliches „Paßstück“, dass trotz seiner funktionalen Organisation, eine auf den Ort zugeschnittene architektonische Ausformung erhält.Das Feuerwehrhaus nimmt die Richtung der benachbarten Gebäude auf und schafft dadurch einen günstigeren Alarmausfahrtswinkel zur Hagerstraße. Die Dachterrasse bietet der Feuerwehr einen geschützten Aussen- bereich, der vorgelagerte Übungsturm bildet einen städtebaulichen Hochpunkt und fungiert als Landmark.

Die kompakte Organisation des Feuerwehrhauses ermöglicht kurze Wege und eine wirtschaftliche Realisierbarkeit des Gebäudes. Durch diese kompakte Anordnung können zudem die Erdbauarbeiten am Gelände, speziell im Hangbereich, auf ein notwendiges Minimum reduziert werden.
Die Bewegungen für den Verkehr der Einsatzfahrzeuge und der PKW sind konsequent getrennt und kreuzungsfrei. Die Einsatzkräfte parken ihre PKW östlich des Feuerwehrhauses und haben im Alarmfall einen unmittelbaren Zugang zu den Umkleiden und von dort in die Fahrzeughalle.Über das Foyer wird das 1.OG erschlossen. Hier befindet sich der Verwaltungs- und Schulungsbereich, der Kameradschafts- und der Jugendraum. Die angrenzende Dachterrasse dient als geschützter Aussenbereich für diese Räume. Die Aussentreppe im Bereich der Dachterrasse schafft den zweiten baulichen Rettungsweg für die Räume im 1.OG. Fensteröffnungen zur Halle ermöglichen auch im 1.OG Blickbeziehungen in die Halle und machen diese räumlich erlebbar. Die vertikale, barrierefreie Erschliessung erfolgt über den Lastenaufzug im Foyer.

Bei der Konstruktion wurde grosser Wert auf Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit gelegt. Stahlbetondecken und Stützen bilden das konstruktive Gerüst für das Feuerwehrhaus. Die Aussenwände werden mit Porenbeton ausgefacht, die Fassadenbekleidung bilden Titanzinkbleche als Winkelstehfalzdeckung auf einer hinterlüfteten Unterkonstruktion.Die flach geneigten Dächer (5° und 7,2°) werden mit dem gleichen Material eingedeckt. Die Dachträger werden als Holzbinderträger ausgeführt. Die Aussteifung erfolgt über Brettsperrholzdecken.
Der zweigeschossige Baukörper ist in die Gebäudeklasse 3 einzuordnen und erfordert somit eine Feuerwiederstandsdauer von F30 für die tragenden Bauteile, die somit einfach und wirtschaftlich zu realisieren sind. Das Treppenhaus und die Aussentreppe stellen die Rettungswege von jedem Punkt des Feuerwehrhauses aus sicher.

Die Übungsfläche und die Übungsbahn befindet sich nordwestlich des Feuerwehrhauses und ist vom Funkraum aus sehr gut einsehbar und ausreichend dimensioniert. Die Übungsbahnlänge von 80m wird durch das Hinzuziehen der nördlichen Teilfläche des Nachbargrundstücks mit der Fl-Nr. 5021gewährleistet.
Südöstlich des Feuerwehrhauses erfolgt die Anlieferung. Dieser Bereich ist mit einem Wenderadius von 10,50 m ausgestattet. Hier befindet sich auch die offene Waschhalle. Somit können funktionale Überschneidungen mit den Übungsflächen und entsprechende gegenseitige Beeinträchtigungen ausgeschlossen werden.Die funktionalen Erschließungsflächen werden in Beton mit rauer aber homogener Oberfläche (Besenstrich) hergestellt. Dieser Werkstoff bietet große Vorteile im Hinblick auf Tragfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und Dauerhaftigkeit.

Die Fahrzeughalle wird in der Ausbaustufe 2 um zwei Stellplätze im nordwestlichen Teil des Grundstücks erweitert. In diesem Bereich wird das Gelände an den Erweiterungsbau angeschlossen. Die Übungsfläche wird dadurch nicht verkleinert.

Schwarzplan
Lageplan
Erdgeschoss
Obergeschoss
Fassade
Piktogramme und Schnitte
Ansichten Nord
Ansichten Süd
Ausbaustufe 1
Ausbaustufe 2