Farb-Musterwand

Eigentlich wollte ich noch abwarten, bis unser kleines Büroprojekt „Farbwand“ fertig ist. Am Wochenende habe ich aber zufällig durch das Buch von Hermann Czech geblättert und dabei über die Gestaltung des Kleinen Cafés in Wien gestolpert. Folgende Sätze stellen unsere Gedanken ziemlich treffend vor: „Eine Farbe kann einfach im Objekt aufgehen. Am einfachsten ist das bei einer Materialfarbe vorzustellen. Aber auch eine deckende Farbe kann durch Assoziationen oder Gewohnheiten nicht mehr als Farbe zu sehen sein, weil ich sie auf Grund des Gebrauchs in einem gewissen Zusammenhang so gewohnt bin. Das ist das was mich interessiert: wo nicht eine Farbe hervortritt, sondern das Objekt oder das Material einfach diese Farbe hat. Dass Farben da sind, aber gleichzeitig vernichtet werden, das ist in der Architektur möglich – es ist ja interessant, dass du dich beim Kleinen Café etc. nicht an Farben erinnerst. Wenn z. B. eine Sprossenteilung eine gewohnte Farbe hat, sehe ich gar nicht die Farbe, sondern die Farbe geht in die Sprossenteilung über, auf Grund der Gewohnheit.“

Die Farbwand soll nicht nur uns, sondern auch den Bauherrn zeigen, wie die unterschiedlichen Farben je nach Hersteller, Inhaltstoffen und Qualität wirken können.