September 2019

Schlachthof in anderen Umständen!
von Thomas Gerstmeir

Von wegen, München hat keine Areale für Zwischennutzungen. Natürlich ist die Stadt von diesen Orten der „Subkultur“ eher münchnerisch saubergehalten, und natürlich sind die Orte und die Zwischennutzungen selbst eher bayrisch gemütlich, aber immerhin: Sie sind da. Wie z.B. am Schlachthof.
Bahnwärter Thiel organisiert dort ein Gelände, auf dem auch z.B. der Erfindergarten von Andreas Kopp ein zu Hause findet. Und zwar, und auch das ist nichts Neues oder gar bahnbrechendes (Wortspiel!), in einer alten Trambahn, einem Beiwagen 3010 der Linie 15 im klassischen Weiss-Blau.
Herr Weiß Ferdl bezeichnet die Trambahn in seinem Satirestück „Ein Wagen der Linie 8“ (gibts auf Youtube – sehr lustig!) als „Verdrußlinie“ und führt dies sehr anschaulich und ausführlich aus. Seine allgemeinen Aussagen, dass der Münchner erstens für seinen gesunden Durst und und zweitens für sein Schimpfen bekannt ist, lasse ich erstmal genussvoll schmunzelnd – aber durchaus mit dem Gefühl des „Ertapptseins“ – unkommentiert. Unrecht hat er sicher nicht – Gott sei Dank. Manche Sachen ändern sich wohl nie“, fällt mir dazu ein.
Die neue Nutzung des Erfindergartens zaubert jedenfalls weitaus mehr Lächeln auf die Gesichter in dem Bahnwagen, als Weiß Ferdl es schildert. Hier wird mit digitalen Werkzeugen gebastelt, gelasert, gefräst usw. Das macht anscheinend richtig Spaß und kann als Ausflug z.B: auch mit Kindern wärmstens empfohlen werden.
Anmelden kann man sich hier: www.erfindergarden.de.
Man kann auch als Architekturbüro Modellteile dort fräsen lassen – nur so als Tipp unter Kollegen.
Natürlich gibt es am Schlachthof momentan auch noch viele andere Sachen zu sehen. Einfach mal hingehen.
Wir wünschen auf alle Fälle viel Spaß!